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Eichenwälder in Tirol Projektleitung: Manfred Hotter Kontakt: Mag. Ing. Manfrred Hotter Auftraggeber: Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung
Umweltschutz (in Zusammenarbeit mit der Abt. Forstplanung) |
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Betriebsbesichtigung im „Stamser Eichenwald“
Hirschkäfer-Pärchen (Lucanus cervus);
Leberreischling (Fistulina hepatica) an Traubeneiche
Verteilung der
Totholzgruppen (LTH=liegendes Totholz, STH=stehendes Totholz, Stöcke,
alle >10cm Durchmesser); sz=stark zersetzt, vermodert,
fZ=fortgeschrittene Zersetzung, bZ=beginnende Z., uz=unzersetzt, frisch
tot (durchschnittliche Totholzmenge 57,1 Vfm/ha) |
Charakteristik des Projektes
Als
Vorbereitung wurden umfassende Recherchen verfügbarer Informationen und
Daten über die Eichen-Arten bzw. Eichenwälder durchgeführt und in einer
Literaturliste gesammelt. Anhand von Expertenbefragungen und einschlägiger Fachliteratur wurden aus den Organismengruppen Gefäßpflanzen, Pilze, Flechten, Insekten, Spinnen, Vögel, Reptilien, Kleinsäuger und Schnecken wichtige Leitarten für Eichenwälder angegeben. Auf Basis der Biotopkartierung Tirol, der Waldtypisierung Tirol und eigener Erhebungen wurde eine Karte der aktuellen Eichenwälder generiert und mit der modellierten Karte der potenziellen Waldtypen verglichen. Den ca. 7.780 ha potenzieller Eichenwaldfläche stehen ca. 155 ha aktuelle eichenreiche Wälder gegenüber, das sind 2 %. Die Hauptverbreitung liegt in den Tieflagen der Südlichen und Westlichen Zwischenalpen sowie in den Innenalpen. Es werden Regionen aufgezeigt, die sich für eine Vernetzung gehäufter Eichenwaldvorkommen anbieten, um dort spezifische Leitarten gezielt zu fördern und Ausbreitungszentren für sie zu schaffen. Ergänzend zu den bisher vorliegenden Erhebungen der Landesforstdirektion wurden repräsentative Aufnahmen in den neun verschiedenen Waldtypen angelegt (Bestandes-, Boden- und Vegetationaufnahmen). Von den 423 Gefäßpflanzenarten- und Unterarten sowie 30 Moos- und Flechtenarten (in 92 Aufnahmen) sind 29 nach der Tiroler Naturschutzverordnung 2006 geschützt, 31 Arten stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten Österreichs. Eine pflanzensoziologische Bearbeitung klärt die syntaxonomische Stellung der Eichenwaldtypen im System der österreichischen Wälder. Folgende Assoziationen wurden bearbeitet: Sileno nutantis-Quercetum (Br.-Bl. 1959) Ellenb. & Klötzli 1974, Luzulo niveae-Quercetum petraeae Frey 1995, Genisto germanicae-Quercetum roboris Aich. 1933, Luzulo-Quercetum petraeae Hilitzer 1932, Fraxino-Ulmetum Tx. ex Oberd. 1953, Milio-Quercetum roboris Wallnöfer & Hotter 2008, Carici albae-Tilietum cordatae Müller & Görs 1958, Campanulo trachelii-Quercetum petraeae ass. nov. Um in den verschiedenen Waldtypen exemplarisch konkrete Maßnahmen bezüglich waldbaulicher Methoden, Verjüngung, Strukturverbesserung, Bestandesumwandlung oder Lebensraumschutz (z.B. Totholzmangement) durchführen zu können, wurde je eine Referenzfläche ausgewählt (Gesamtfläche 11,5 ha). Diese wurden genauer kartiert und beschrieben (inklusive Totholzanalysen). Die damit befassten Forstleute und betroffene WaldbesitzerInnen wurden zur Diskussion darüber eingeladen. Mit diesen Flächen kann ein einfaches Monitoring geplant werden, um die Wirksamkeit der z.T. geförderten Maßnahmen zu evaluieren. In
einem Workshop und bei einer Betriebsbesichtigung mit Naturkunde- und
Forstfachleuten wurden waldbauliche und naturschutzrelevante Vorgaben
und Empfehlungen besprochen. Die Ergebnisse und die auf
Literaturrecherchen beruhenden Grundsätze der Pflege und
Bewirtschaftung wurden in die Waldtypenbeschreibungen eingebaut und
stehen im Waldtypenhandbuch der Waldtypisierung Tirol allgemein zugänglich zur Verfügung.
Referenzfläche für den Waldtyp Lh2
Beispiel für den Flächenvergleich aktuell / potenziell
beim Waldtyp Ei3 |
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